Was sind Hypothekenpfandbriefe?

Wer heutzutage auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage ist, die auch noch eine gute Rendite liefern soll, für den bieten sich unter anderem Hypothekenpfandbriefe an. Bei Hypothekenpfandbriefen handelt es sich um Wertpapiere in Form einer Inhaberschuldverschreibung. In einer Schuldverschreibung verpflichtet sich der Aussteller der Schuldverschreibung, eine bestimmte Geldsumme an den Gläubiger, in diesem Fall also an den Geldanleger, zu zahlen. Dabei sind Hypothekenpfandbriefe in der Regel mit einem festen Zinssatz ausgestattet, wobei die Zinsen meist am Ende der Laufzeit gezahlt werden.

In Deutschland ist die Emission von Hypothekenpfandbriefen streng gesetzlich geregelt. So dürfen z.B. nur private Hypothekenbanken und öffentlich-rechtliche Kerditanstalten Hypothekenpfandbriefe herausgeben. Diese Hypothekenbanken werden auch Realkreditinstitute genannt. Hypothekenbanken vergeben Hypothekenkredite an ihre Kunden, die sich mit Hilfe dieser Kredite eine Immobilie bauen oder kaufen möchten. Eine Hypothek entsteht dadurch, dass sich Schuldner und Gläubiger über die Hypothek einige werden und diese in das Grundbuch eingetragen wird. In der Regel handelt es sich bei den Hypotheken in Deutschland um so genannte Briefhypotheken, was bedeutet, dass nach der Eintragung im Grundbuch ein Hypothekenbrief ausgestellt wird. Dieser Hypothekenbrief wird entweder vom Grundbuchamt oder von der Hypothekenbank ausgestellt und erst nach seiner Ausstellung ist die Hypothek rechtskräftig und gültig.

Nach dem Erhalt der Hypothekenbriefe, die meist eine mittlere bis langfristige Laufzeit haben, kann die Hypothekenbank diese Hypothekenbriefe als Hypothekenpfandbriefe an Geldanleger weitergegeben. Die Anleger erhalten für ihre Geldanlage auch Zinsen, die aber natürlich niedrigerer sind als die Zinsen, die der Kreditnehmer der Hypothek an die Hypothekenbank zu zahlen hat. In der Differenz liegt der Gewinn der Bank.

Für einen Anleger haben Hypothekenpfandbriefe den Vorteil, dass sie eine sehr sichere Geldanlage darstellen. Zum einen ist jeder Hypothekenpfandbrief durch eine entsprechende Hypothek abgesichert, es steht also immer der Wert einer Immobilie hinter dem Hypothekenpfandbrief. Außerdem darf und kann eine Hypothekenbank nur so viele Hypothekenpfandbriefe herausgeben, wie sie im Gegenzug Hypotheken vergeben hat. Außerdem entspricht die Verzinsung der Hypothekenpfandbriefe auch maximal der Höhe der Hypothekenzinsen, die der Schuldner zu zahlen hat. Dadurch ist sichergestellt, wie es auch das Pfandbriefgesetz in Deutschland vorschreibt, dass Pfandbriefe jederzeit gedeckt sind und ihre Rückzahlung garantiert erfolgt.

Sollte eine Hypothekenbank dann doch einmal insolvent sein (zuletzt geschehen 1901), werden die Inhaber von Hypothekenpfandbriefe vor allen anderen Gläubigern der Bank aus der so genannten Deckungsmasse bedient. Diese Deckungsmasse besteht aus den vergebenen Hypotheken, die nichts anderes darstellen als Forderungen der Bank gegen Kreditnehmer, wobei diese Forderungen durch eingetragene Grundpfandrechte abgesichert sind.

Dieser Beitrag wurde unter Geldanlage abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.